November 2007 Archive

Zwei Jahre ca. 4000 Flächenmeter Woche für Woche mähen... damit mußte Schluß sein!

Sozusagen alle Jahre wieder stand die Frage: Möchte ich mir einen Rasentraktor leisten? Letztes Jahr hätte ich ja bereits fast einen gekauft, wenn der blöde Verkäufer mir nicht durch die Blume signalisiert hätte: Käufer die feilschen wollen, sollen sich dahin scheren, wo der Pfeffer wächst.

Danach hab ich von Zeit zu Zeit mal den einen oder anderen Rasentöfftöff mir angeschaut. Aber nur halbherzig. Denn eigentlich war es mir zu teuer.

Aber dieses Jahr hat es mir gereicht. Da wir diesmal das gesamte Grundstück kurz halten wollen, war im Frühjahr und Sommer wöchentliches Mähen angesagt. 2-3 Stunden schweißtreibende Arbeit.

Ich hatte die Schnauze gestrichen voll!

Jetzt ging es ernsthaft ans Suchen. Im Hinterkopf hatte ich die Grundregel: Keine Baumarktware.

Also schieden die einschlägigen Geschäfte aus. In unserer Gegend gab es keine Fachhändler, bis auf den einen, der aber ausschied. Also blieb das Internet. Dort gab es eine Fülle an Anbietern und Modellen.

Es waren zuviele Modelle. Und zuviele Anbieter.

Also erst einmal prüfen, was ich brauchte: Breit sollte er sein. Und Bumms haben. Schliesslich waren 4000 Quadratmeter zu mähen.

An Breiten waren zwischen 92 und 107 cm angepeilt. Und PS sollten es mindestens 15 sein. Denn schon mein alter Handmäher hatte 7 PS!

Dann ging es zum Motor. Grundsätzlich gab es: Tecumseh, Briggs & Stratton, Honda, Kawasaki und Kohler. Die letzten beiden schieden aus, obwohl laut diversen Berichten hervorragende Motoren, fehlte hier wirklich das nötige Kleingeld. Über Tecumseh habe ich eigentlich kaum positives gelesen. Soll viel Ärger machen und überwiegend in Billiggeräten verbaut sein. Ich glaube in meiner Motorhacke ist ein Tecumseh verbaut, ob der gut ist, kann ich mit meinen rudimentären Kenntnissen aber nicht einschätzen. Tecumseh schied also auch aus. Blieben noch Honda und Briggs & Stratton. Letzterer war in meinem alten Rasenmäher verbaut. Der lief eigentlich gut.

Ein weiteres Studium diverserer Angebote förderte noch eine Unterscheidung zu Tage: 1 Zylinder oder 2 Zylinder. So richtig schlau bin ich zwar nicht daraus geworden, was nun der Vorteil von 2 Zylindern ist, aber meistens gilt: Doppelt hält besser.

Es sollte also ein 107 cm breiter, mindestens 15PS Honda oder Briggs & Stratton Motor mit 2 Zylindern werden.

Dolmar war ein bekannter Anbieter, eine Broschüre klärte weiter auf, was noch wichtig war: Hydrostat-Antrieb. Elektromagnetische Messerkupplung, Große Räder, großer Fankorb, Mulchkit, Anhängerkupplung.

Der Reihe nach:

Hydrostat- oder Transmatic Getriebe: Das ist sowas wie eine Automatik und der letzte Schrei. Man stellt über einen Hebel die Grundgeschwindigkeit ein und gibt Gas.Fertig. Kein Kuppeln kein Gar nichts. Will man Rückwärts fahren, tritt man einfach das Rückwärtspedal. Ja, das will ich haben.

Elektromagnetische Messerkupplung: Man drückt einen Knopf und die Messer werden sanft eingekuppelt. Sanft und ohne Kraftaufwand klingt gut. Mechanische Messerkupplung hört sich irgendwie mechanisch an, irgendwie von gestern. Ok, elektromagnetische Kupplung, sowas sollte schon sein.

Große Räder sind wichtig, damit man sich in weichen boden nicht zu sehr einbuddelt bzw. den Rasen nicht in die Erde drückt. Die meisten Rasentraktoren haben 16-20 Zoll Räder hinten. Je größer desto besser.

Der Grassfangkorb sollte möglichst groß sein, sonst muss man den zu oft leeren. Oder man nimmt einen mit Seitenauswurf, dann landet das Zeuch neben der Spur. Muss man dann noch zusammenharken, man kann es aber auch liegenlassen. Bei letzterem wäre Mulchen n och besser. Hier werden die Rasenschnippsel noch feiner zerkleinert und wirken wie eine Gründüngung. Vorsicht: Das ist dann Rasenkanibalismus!!

Damit stand mein Wunschzettel fest. Ein passendes Dolmar-Fahrzeug kostete mit Honda-Motor dann lustige 4300 Euro. Das war eine kalte Dusche. Mein Wunsch nach einem Rasentöfftöff war fast ausgeträumt. Aber das Internet ist geduldig.

Nach langen Recherchen, die meisten angebotenen Trekker hatten einen Tecumseh Motor (und verschwiegen das meist verschämt). Alles Klar: Unter 2000,- hat man wirklich keine Chance.

aber zwischen 2000 und 3000 Euro tummelten sich diverse Anbieter. Einige zum Festpreis, einige mittels Auktion. Nun ging es los. Preise beobachten. Nicht lange und mein persönliches Budget stand fest: Mit Transport sollte es nicht über 2400 Euro gehen.

Beobachten, beobachten, beobachten. Ja, beim gewünschten Töfftöff war der Wunschpreis realistisch. Irgendwann bot ich mit, meinen Wunschpreis. Tja, in letzter Sekunde überboten. 4x wurden die auch beobachteten Preise nicht mehr erreicht. Mein Verdacht war, der Verkäufer dreht irgend was. Allerdings gab es nur wenige Überschneidungen bei den Bieternamen. Bei der Gelegenheit: Ebay macht es einem immer schwieriger, Betrug zu erkennne. Bei hochpreisigen Auktionen sieht man als Bieter nur noch einen verstümmelten Namen. Aber es schien alles legal zu laufen.

Also Taktik ändern. Beim 5. Mal bot ich mein Maximalgebot 20 Sekunden vor Toresschluß. Und Bingo! 3-2-1-Meins. 2245,- Euro. zzgl. den 95,- Versand macht das 2340,- Euro. 60 weniger als ich geplant habe. Schön, hab ich Geld für ein oder zwei Liter Benzin (brrrrr... auf den Benzinpreis mag man gar nicht mehr schauen).

Ungefähr eineinhalb Wochen nach Auktionsende war er dann endlich da: Geliefert in einem stabilen Verschlag. Leider wird es Abends schon schnell Dunkel. Also in der Woche keine Gelegenheit ihn auszupacken und auszuprobieren.

Am letzten Wochenende war es endlich soweit. AUsgepackt, Sitz montiert, Korb montiert, Lenkrad aufgeteckt. MIST! DIe Batterie war nicht geladen. Also Elektrolyt (Schwefelsäure) aufgefüllt, die Batterie wurde trocken geliefert, und ab ans Ladegerät... wenn man denn eines hat... Ich hab natürlich keines.

Also bis Mo. warten, Batterie in die Firma schleppen und dort aufladen. Dummerweise war es Abends dann wieder dunkel. Aber mit Lampe und dem Fernlicht meines Autos wurde die Batterie montiert und los gehts!

Benzin eingefüllt, Benzinhahn geöffnet, Schock gezogen, Anlasser an. Prima! Schnurrt wie ein Kätzchen. Ich fuhr aus dem Schuppen und wollte die Messer ELEKTROMAGNETISCH zu schalten. Pustekuchen. Nüschts!

Mistdrecksverdammter!

Aber im Dunkeln schauen, woran es liegt, neee, das bringt nichts. Also nur ein paar Runden herumgekurvt und wieder rein in den Schuppen.

Damit hieß es warten bis zum Wochenende.

Und heute war endlich Gelegenheit den Trekker bei Tageslicht anzuschauen. Anlassen, rausfahren, Messerzuschalten. Geht nicht! Verdammt! Verdammt! Verdammt!.

Ich hoch zum Computer, um dem Lieferanten eine Mail zu schreiben. Beim Schildern des Problems fiel mir dann noch ein, daß möglicherweise der Schalter des Sensors für den vollen Fangkorb nicht ausreichend gedrückt wird.

Bevor man sich beschwert, sollte man das erst einmal ausprobieren. Mittels Pappe dafür zu sorgen, das der Knopf weiter gedrückt wird, ist ruckzuck erledigt. Traktor wieder herausgefahren, messer zugeschaltet und ES GEHT! ES GEHT! Gottverdammte Scheisse! Es geht!

Ratzfatz war der Rasen hinterm Haus gemäht.

Und jetzt zeigt sich, daß der Grassfangkorb gar nicht gross genug sein kann. Nasch nicht einmal 2 Runden war er voll. OK, wir hatten den Rasen schon ewig nicht mehr gemäht. Aber dass soviel Schnittgut anfällt, hätte ich nicht gedacht. Aber egal, Hauptsache es funktioniert!

Leider fing es dann leicht zu nieseln an. Also Schluß für heute. Wenn sich Elisa an ihr Versprechen hält, sollte Mähen eh kein Problem sein, das wollte sie nämlich freiwillig übernehmen.

Schön. Rasentrekker gesucht, gekauft, ausprobiert und für Gut befunden.

Ölkrise

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Langsam wird es kühl. Die Heizung läuft schon. Wir fangen wieder an, den monatlichen Ölstand zu markieren. Im Oktober hielt es sich noch halbwegs in Grenzen. Wenn der November und Dezember nicht zu kalt werden, müßte das Öl bis Januar reichen. Denn schaut man auf den aktuellen Ölpreis, treibt es einen die Tränen in die Augen. 67 Euro für 100 Liter. Mehr als 20% mehr als vor einem Jahr. Und wäre der Euro gegenüber dem Dollar nicht so stark, müßte man vermutlich mindestens das Doppelte bezahlen.

Hoffentlich stimmt die Tendenz der letzten Jahre, dass der Ölpreis zwischen November und Januar sich ein wenig beruhigt. Zumindest wäre es logisch. Eindecken werden sich die Menschen in der Regel bevor es kalt wird, also im August bis Oktober. Danach geht der Bedarf zurück und damit auch der Preis. Hoffentlich stimmt das. Und hoffentlich drehen die USA im mittleren Osten nicht durch. Ihr Säbelrasseln am persischen Golf ist letztlich mit Schuld am rasanten Preisauftrieb.

Meine Hoffnung, einen Ölpreis von unter 60,- für 100l habe ich jedenfalls fast begraben. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Spätestens dann, wenn wir Öl kaufen müssen.

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